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Albert-Einstein-Realschule Essen-Rellinghausen

RL Wohlfühl-Faktor für den Schulhof

Umbau mit viel Eigenmitteln und eigenen Ideen


Der Baum bleibt stehen! Das Podest gruppiert sich brav drum herum und spart eine Lücke fürs Wachstum aus.


Sieht aus, als könnte man hier entspannt sein Sandwich essen.

Die Gelegenheit war günstig: Die AES-Schülerschaft hatte jahreszeitlich bedingt Schulfrei, ihre Lehrer sind auch nicht dafür bekannt, auf dem Schulhof herumzutollen, und das Wetter spielte mit. Freie Bahn also für das dreiköpfige Tischlerei- und Spielgeräte-Team, das mit kleinem Besteck anrückte, die Hochbeete auf dem Rellinghauser Einstein-Schulhof in hölzerne Ruhezonen umzuwandeln. Die Phase vier des Schulhof Umbaus hatte begonnen.


Nicht so einfach, zwischen den Wurzeln der alten Sumpfzypresse schonend passende Pfostenlöcher zu graben.


Und jetzt? Die oberirdischen Wurzeln sind immer noch im Weg und die Wasserwaage ist unbestechlich.

Voraus gegangen waren ein Sponsorenlauf, durch den die Schüler gut 11.000 Euro erwirtschafteten, die Einbeziehung der Stiftung "Ein Herz für Kinder" mit annähernd 13.000 Euro und Kontakte zum Lions-Club Essen-Werethina, der 1000 Euro locker machte. Das geplante Gesamtvolumen beläuft sich also auf 25.000 Euro. Ideen der älteren Schüler, die sich mehr Sitzgelegenheit und Orte zur Kommunikation in den Pausen wünschten, wurden mit der städtischen Tochter Grün und Gruga in Planung umgesetzt, Ausschreibungen auf den Weg gebracht und alles ging seinen geregelten Gang. Dass dabei die Ideengeber längst die Schule verlassen haben und davon selbst nicht mehr profitieren können, ist nicht weiter tragisch. Man muss auch gönnen können.


Ein Kurs in kreativem Sägen und Schleifen. Aussparungen für das Wurzelwerk werden angepasst.


Und so sieht das Ergebnis aus: friedliche Koexistenz zwischen Baum und Box.

Den Hochbeeten wurde nun der Garaus gemacht, Sträucher und Büsche mussten weichen, nur ein Baum blieb stehen. Das Podest aus witterungsbeständiger Robinie und Bangkirai spart eine Lücke für ihn aus. Das Holz der Robinie, im Pütt seit über hundert Jahren als Stempelholz bewährt, ist eine bewusste Alternative zu Tropenholz. Die verbleibende Fläche zwischen Podest und Ruhrsandstein-Umrandung füllt ein Gartenbaubetrieb mit Holzhackschnitzeln auf.


Verstrebungen rein, Pfosten einbetonieren, fertig.


Und wenn alles so weit ist, findet hier das pure Abhängen statt.

Die Pfosten, auf denen sowohl alle Podeste als auch die geschwungene Relax-Liege stehen, wurden im Boden einbetoniert. Dabei konnten die Tischler mit vormontierten Teilen arbeiten. Doch trotz bester Planung war noch Kreativität gefragt, denn die stattliche Sumpfzypresse im "grünen Klassenzimmer" schickt ihre Wurzeln auch oberirdisch durch die Gegend und zwar genau, da, wo ein Podest geplant war. Und die Wasserwage lässt nicht mit sich diskutieren. Kurzes Brainstorming, kurze Absprache mit der Grün- und Gruga-Mitarbeiterin und die Lösung war gefunden. Freigesägte Aussparungen ermöglichen nun eine friedliche Koexistenz zwischen Baum und Box. Fehlen nur noch die passenden Temperaturen und der Schulhof bekommt den perfekten Wohlfühl-Faktor.

Michael Rausch



Veröffentlicht am:
03.03.2017

 


URL: http://aes-essen.de/?section=news&cmd=details&newsid=742&printview=1
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