Unser Logo Unsere Schule Unser Hundertwasser-Flur Stadtwaldfest Skifreizeit in Mittenwald Jedem Kind sein Instrument Freiarbeit nach Montessori Fußballturnier
Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Lernen lernen am Methodentag

Neuland Hausaufgaben


Selen mit ihrem erlaubten Spickzettel.

"Wir sollen einen Spickzettel schreiben?" Die zehnjährige Selen konnte den Worten ihrer Lehrerin Andrea Bolten-Hoffmann kaum glauben. Auch die restliche 6d der Albert-Einstein-Realschule in Kettwig wartete gespannt auf den Haken an der Sache. Die gesamte Erprobungsstufe der Standorte in Kettwig und Rellinghausen steckte mitten in einem Methodentag, und den meisten dämmerte, dass der Spickzettel nicht für einen Täuschungsversuch bei der nächsten Klassenarbeit dienen sollte.
 

Die nächste Klassenarbeit dürfte geritzt sein, dank Spickzettel.

Vielmehr wurde in der sechsten Klasse ein Tag lang erforscht, wie Lernstrategien für Klassenarbeiten optimiert werden könnten und wie man Lernpläne erstellen könnte. Zu den Strategien kann dann auch gehören, dass man die wichtigsten Informationen auf einem Spickzettel zusammenfasst. Mit diesem kann der pfiffige Schüler vorher lernen, lässt ihn dann aber während der Klassenarbeit lieber in der Schultasche. Denn wer einen guten Spickzettel gemacht hat, braucht ihn sowieso nicht mehr, weil er jetzt nämlich alles im Kopf hat. Ähnlich gut funktionieren auch Mindmaps.
 

Vier Augen sehen mehr als zwei: Juana und Magdalena

Die Jahrgangsstufe 5 konzentrierte sich gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen darauf, wie Hausaufgaben erstellt werden sollten. Für viele Fünftklässler ist es nämlich alles andere als selbstverständlich, Hausaufgaben anfertigen zu müssen. Sie kennen sie schlicht nicht. An vielen Grundschulen werden sie teils gar nicht, teils in Form von Wochenplänen verlangt. An der AES gehören Hausaufgaben mit zum Lernkonzept, das ein Training selbständiger Arbeit für unverzichtbar erachtet. Dominik Adlers, Klassenlehrer der 5a, der alle Kinder mit den unterschiedlichsten Erfahrungen auf einen Nenner bringen soll, schätzt den Methodentag daher als wichtige Erfahrung. "Ich finde so heraus, wie es bei den Einzelnen läuft. Wir sind überzeugt, dass Hausaufgaben zur Vertiefung unerlässlich sind."
 

Und es macht auch noch Spaß, jedenfalls Elias und Louis.

Seine Schülerin Magdalena kannte die häusliche Arbeit bis dato nicht. "Aber meine Schwester kennt sie, die kann mir helfen." Auch Laura erinnert sich: "Ich habe Aufgaben immer nachmittags in der Schule gemacht." Gregor begrüßt die neue Arbeitsform: "Hausaufgaben sind dafür da, damit man es später mal leichter hat." Fred ist begeistert. Er gibt Bestnoten für den Methodentag: "Super. Ich finde es gut, mal was anderes zu machen." Und auch Pia und Johanna sind sich einig: "Interessant. Hier lernen wir, wie wir's in Zukunft richtig machen."

Es wurde getestet, welches Verhalten dabei unterstützend wirkt oder auch welche Einflüsse die Arbeit behindern. Überrascht stellten die Kinder bei einem Test fest, dass Musik die Konzentration stark behinderte und sie konnten noch weitere Zeitdiebe identifizieren. Über ein Infoblatt werden auch die Eltern auf den aktuellen Stand gebracht, was von ihren Kindern erwartet wird und wie sie sie unterstützen können. Ein Schüler der 6d fasste zusammen, dass der Tag nicht nur großen Spaß gemacht hatte, sondern dass die Klasse viele neue Ansätze zum Lernen kennengelernt hätte.

Text und Bilder: Melanie Kühn und Michael Rausch



Veröffentlicht am:
16.10.2017