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KE AES-Schüler werden zu Mediencheckern

Sing Star zu Beginn eines Schultages, dann geht es mit Minecraft und StopMotion weiter? Ja! Die Medientage Essen haben 56 AES-Schülern genau das Ende November ermöglicht.



Youtube ist die meistgenutzte Seite von Jugendlichen, WhatsApp sowie andere Soziale Medien bestimmen den Tagesablauf und daher ist ein kritischer Umgang damit umso wichtiger. Der Medientag war daher in zwei Bereiche unterteilt: In einem interaktiven Medienparcours wurde den 8-Klässlern die Möglichkeit geboten, sich mit Medien auseinanderzusetzen, wobei auch der Aspekt des sicheren Umgangs mit ihnen immer wieder thematisiert wurden. In einem weiteren Abschnitt erlebten sie das bewegende Theaterstück "Klick and Kill".



"Wir haben alle Rekorde gebrochen", erzählte Lisa stolz, als sie von dem "Sing Star"-Duell kam und zeigte ihrer Lehrerin Catrin Rensing zum Beweis das Handy-Video. Während in dieser Station die stimmgewaltigen Schüler vorne lagen, konnten andere Talente in 13 weiteren Stationen unter Beweis gestellt werden. In kleinen Gruppen durchliefen die interessierten Schüler spannende Bereiche: Comics gestalten mit Halftone, Fotobearbeitung mittels GreenScreen, einen Lego-Roboter durch eine App steuern und dabei ganz nebenbei Grundlagen des Codings (Programmieren) lernen. Während die Jugendlichen bei "Gran Turismo" in echten Cockpits Spaß hatten, indem sie gegeneinander Autorennen fuhren, gab es auch Stationen mit Lerneffekten: Wie sieht es mit dem Wissen um Google, Youtube und Co aus? Den Veranstaltern gelang es, dass der pädagogische Zeigefinger nicht spürbar war.



In der Weststadthalle wurde den Jugendlichen neben dem knapp zweistündigen Stationenlauf auch die Theateraufführung "Klick and Kill" von dem Ensemble "Bühnengold" geboten. "Cybermobbing" ist leider allen Schülern in größerem oder kleinerem Umfang schon einmal begegnet und daher war die Spannung der Schüler von der ersten Minute an spürbar. Die packende Vorführung entführte den Zuschauer in die reale und virtuelle Welt. Während zu Beginn deutlich wurde, wie präsent die Medien in jeder Lebenslage sind und die Sinnhaftigkeit von Selfies belächelt wurde, verdichtete sich die Handlung schnell in die Mobbing-Thematik.



Die Protagonisten, Sarah und Marco, werden Opfer von Cybermobbing, aber für Marco werden die Ausmaße so dramatisch, dass er zum Schluss des Stückes Selbstmord begeht.

"Macht alle mit! Den machen wir fertig", forderte Sarah und ging durch die Schülerreihen. Die Schüler bekamen Zettel mit Schimpfworten in die Hand gedrückt und in einer beklemmenden Dynamik sprangen die Ersten auf. "Opfer!", hieß es aus den Schülerreihen und einige warfen mit Papierfliegern.



Nach dem traurigen Schluss wurden die Jugendlichen aber nicht mit ihren Emotionen alleine gelassen, sondern die Darsteller und Organisatoren diskutierten mit ihnen. "Ich habe mitgemacht, weil ich dazugehören wollte", sagte ein Schüler. Mit viel Feingefühl thematisierten die Protagonisten des Stücks Bemerkungen wie diese und gaben sowohl wertvolle Denkanstöße als auch Tipps: "Fragt euch bei Fotos, ob ihr euch genauso vor den Essener Hauptbahnhof stellen würdet. Sobald diese online sind, ist es möglich auf sie zuzugreifen - im Falle von WhatsApp sogar legal. Wenn ihr euch angegriffen fühlt, gibt es Ansprechpartner: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!"

"Cool", bewerteten die AES-Schüler den Medientag, aber die Eindrücke waren noch viel tiefgreifender. In einer Station hatten die Jugendlichen das Prädikat "Medienchecker" erhalten und dem Ziel waren sie ein Stück näher gerückt: (soziale) Medien und ihre Gefahren ein wenig mehr "checken".
Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
28.11.2017