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Albert-Einstein-Realschule Essen-Rellinghausen

KE Klischees unter der Lupe

"Nein, Sprechstundenhilfe ist kein typisch weiblicher Beruf", die 8e der Albert-Einstein-Realschule in Kettwig lässt sich nicht von ihrer Meinung abbringen. Schließlich gebe es bei ihrem Kinderarzt einen Mann, der am Empfang sitze. Die Klasse überlegt mit ihrer Lehrerin, Catrin Rensing, welche Berufe für den Mädchen - und Jungen-Zukunftstag in Frage kommen. Deutschlandweit schwärmen am vierten Donnerstag im April bereits seit 16 Jahren Jungen und Mädchen aus, um Berufe kennen zu lernen, die den Vorurteilen nach eher untypisch für Jungen oder Mädchen sind. 


Dana lernt die Plattensäge kennen.

Dass es den Schülerinnen und Schülern schwer fällt, geschlechtsspezifische Berufe zu finden, spricht für einen bereits veränderten Blick auf weibliche und männliche Rollen-bilder. Dennoch beweisen Statistiken, dass junge Frauen und Männer aus einem eingeschränkten Spektrum an Berufsfeldern und Studienfächern wählen. KFZ-Mechani-kerinnen gibt es genauso selten wie Grundschullehrer. Damit sich das mögliche Berufsspekrum der jetzigen Schülerinnen und Schüler erweitert, gibt es den Girls' und Boys' Day.


Die nächste Panne kann kommen: Manon weiß, was unter der Motorhaube steckt.

Daher drückt Manon an diesem Tag nicht die Schulbank, sondern schaut gemeinsam mit dem KFZ-Mechaniker Marc in den Motorraum eines Autos. "Frauen haben ein ganz anderes technisches Verständnis", weiß Joachim Schulz, Werkstattleiter im Autohaus Boden und ermuntert die Schülerin, sich um eine Ausbildung zu bewerben. "Viele Frauen fragen ausdrücklich nach einer weiblichen Beratung", erzählt Jasmin Neumann, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen hat und in einem Kettwiger Baumarkt in der Elektronik-Abteilung arbeitet. Schülerin Dana erfährt aber auch, dass sich manche Kunden nach weiblicher Beratung noch einmal bei einem männlichen Verkäufer absichern.


Mit einem Lächeln schmeckt das Essen noch besser.

Die Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Realschule sind an diesem Tag über Kettwig verteilt und einige nutzen sogar Angebote der Universität. "Wir durften am  PC kreativ werden und haben Einkaufschips hergestellt", erzählt Sophie von dem Projekt mit den Dozenten. Kai weiß nach dem Praxistag in einem Altenheim immerhin, dass er sich eine Arbeit im sozialen Bereich nicht vorstellen kann. Der dortige Praxisanleiter Björn Praß sieht eine Tendenz zu mehr männlicher Unterstützung im Pflegebereich:" Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Pflege ist auch für die Bewohner am besten."

In der Schule an der Ruhr scheint sich der kleine Jacob nicht so sehr über den Tagespraktikanten Steven zu freuen. "Der hat viel mehr Glück und schmeißt mich immer raus", beschwert er sich über sein Pech bei einem Gesellschaftsspiel. Dafür ist der große Schüler aber umso begeisterter von dem Tagespraktikum und möchte in ein paar Jahren gerne mit Kindern arbeiten. Das Zeug dazu hat er. Silke Kutz, Erzieherin im OGS, findet Steven einfach "Super!"

Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
03.05.2018

 


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