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Albert-Einstein-Realschule Essen-Rellinghausen

Berufsorientierung 2020

Eindrücke aus der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt steht vor der Tür, denn das Ende der Schulzeit ist für die 9er bereits absehbar. Gut, wenn man dann schon eine Ahnung hat, wie sich das Leben nach der Schule anfühlt. Dazu sieht der AES-Lehrplan ein dreiwöchiges Praktikum zur Berufsorientierung der Jahrgangsstufe 9 vor. Dabei kann man seine Neigungen testen, Einblicke in Firmen und Berufe gewinnen und Erfahrungen sammeln. Schließlich steht die Entscheidung an, wie der eigene Bildungsweg weitergehen soll. Interessant in diesem Zusammenhang: Nach einer aktuellen OECD-Studie konzentrieren sich über die Hälfte der Jugendlichen nach wie vor auf die zehn Berufe, die bereits seit Jahren bei ihnen ganz oben auf der Liste stehen: Mädchen bevorzugen die sozialen Berufe, die Jungs wollen „irgendwas mit IT oder Mechatronik“.


Hannah-Lena packt an, hier an der Ölablassschraube.

Doch es gibt auch sie, die Ausnahmen von der Regel. Hannah-Lena zum Beispiel, die beim Kfz-Service Brujaka-Kupski arbeitet. Angst vor öligen Händen kennt sie nicht. Außerdem gibt es ja Arbeitshandschuhe, die das Schlimmste verhindern. Hannah-Lenas Vorstellungen sind klar strukturiert. Sie ist bereits Mitglied der Jugendfeuerwehr und möchte später zur Berufsfeuerwehr. Dafür braucht sie eine Ausbildung im Handwerk. Ihr Arbeitsalltag in der Kfz-Werkstatt ist vielfältig. Mal geht es um Ölwechsel, mal um die Erneuerung der Bremsscheiben oder Reifenwechsel. Scheibenwischer und Licht kontrolliert sie ebenso wie die Betriebsflüssigkeiten. Und wenn ein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung muss, ist sie dabei. Ihre Chefs, Melanie Brujaka und David Kupski bescheinigen ihr Fleiß, Zuverlässigkeit und reges Interesse, Eigenschaften, die sicher auch bei der Berufsfeuerwehr gut ankommen.


Pferde striegeln? Anneke fährt auch den Kompaktlader. Da könnten selbst Jungs neidisch werden.

Anneke macht ihr Praktikum auf dem Paashof, einem landwirtschaftlichem Betrieb für Pferdehaltung, Zucht und Ausbildung. Sie reitet seit 10 Jahren, da bringt sie einiges an Kenntnissen mit. Außerdem fiel ihre Bewerbung als besonders „formvollendet“ auf. Annekes Arbeitsalltag ist die Versorgung der Pferde: Morgens Stroh einstreuen und füttern, Futter für abends vorbereiten, Pferde in die Führanlage und zurück in die Ställe bringen, zwischendurch kontrollieren, ob etwas repariert oder gesäubert werden muss. Aber nicht nur die Tiere gehören zu ihrer Tätigkeit, sie fährt auch die landwirtschaftlichen Maschinen, zum Beispiel den kleinen und den mittleren Traktor. Mit dem kleinen Kompaktlader mit Ballengabel hilft Anneke beim Abladen und Stapeln von Rundballen. Auf dem Hof ist es selbstverständlich, dass alle gemeinsam mittags am Tisch sitzen und sich von „Oma“ bekochen lassen. Das schmeckt.


Von wegen Schubladendenken, Lara hat den Durchblick.

Mit einem Rezept vom Arzt geht man zur Apotheke. Dort kann man Lara begegnen. Sie leistet ihr Praktikum in der Margarethen-Apotheke und war zunächst erstaunt: „Ich darf viel mehr machen, als ich erwartet hatte.“ Sie kontrolliert Lieferungen, scannt Medikamente ein, überprüft die Daten, bearbeitet Bestellungen und sortiert Arzneien nach Nummern und Namen. Lara strahlt: „Ich finde das total interessant.“ Nur bei der Herstellung von Kapseln, Salben, Cremes und Lösungen ist ihr der Zutritt in die Rezeptur untersagt. Aber sie steht vor der gläsernen Wand und schaut den Profis in dem kleinen Labor zu, wie sie wiegen und messen, mischen und verpacken. Am liebsten würde Lara gleich morgen mit der Ausbildung beginnen. Das hört ihre Chefin, Apothekerin Ute Brand gerne: „Wir haben Personalmangel in der Branche. Arbeitsplätze für Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen werden auf Jahre noch reichlich vorhanden sein.“


So könnte einmal sein Arbeitsplatz aussehen: Alexander im Cockpit eines Boeing-Flugsimulators.

Die Luftfahrt hat es ihm angetan: Alexander leistet sein Praktikum bei der TFC, die Piloten und Kabinenpersonal ausbildet. Er ist fasziniert von der Technik: „Ich finde es krass, wie Menschen so’n Riesending in die Luft bringen.“ Im Simulator durfte er auch einmal einen Airbus A 320 landen. Seine Betreuer bescheinigen ihm eine große Wissbegierde und absolute Zuverlässigkeit. Diese, sowie absolute Gelassenheit seien wichtige Eigenschaften des gesamten Personals, weiß Alexander. „Besonders in schwierigen Situationen. Man muss immer die Ruhe bewahren.“ Deswegen ist neben dem Fliegen auch das Training von Notfällen so wichtig. Da heißt es dann auch mal mit dem Schlauchboot im Hallenbad die Situation nach dem seltenen Notwassern zu üben. Auch hier muss ein Flugkapitän Souveränität zeigen. Und ein solcher will Alexander einmal werden. „Ich werde mich anstrengen und dafür kämpfen.“


Pauline (r.) am Redaktionsbildschirm. „Head of Digital Content“ Miriam Dabitsch (M.) und Redakteurin Petra de Lanck (l.) unterstützen ihre Praktikantin.

Ob gedruckt oder online, die lokale Nachrichtenwelt der Funke Mediengruppe ist das Arbeitsfeld von Pauline. Sie kennt die redaktionellen Computerprogramme, bearbeitet Texte und Leserzuschriften aus den Social Media. Gemeinsam mit den Redakteuren hat sie an Seminaren zur Bewertung und Einordnung von Texten und zur Moderation auf Online-Leserplattformen teilgenommen. Aber auch die Außentermine vor Ort hat sie kennengelernt und an einem Interview mit einem umtriebigen Bergerhauser Bäckermeister teilgenommen, das gleich in der nächsten Ausgabe erscheinen sollte. Pauline ist in ihrem Element. Unten am Eingang zur Kantine fängt sie der Koch ab, grüßt sie wie eine alte Bekannte und gibt ihr eine Empfehlung für das Mittagsmenü. Sieht ganz so aus, als sei sie hier schon zu Hause.


Greta mit Patientin Sara, der die Sache nicht geheuer zu sein scheint. Greta dagegen schon.

Die Patienten der Praxis von Dr. Nicola von Ruedorffer haben in der Regel vier Beine. Es handelt sich nämlich um eine Tierarztpraxis, in der Greta ihr dreiwöchiges Praktikum absolviert. Sie hat selbst eine Katze, ist aber erstaunt, „wie viele Krankheiten es gibt.“ Selbst Erkältungen kommen bei Haustieren vor.“ Greta assistiert bei den Untersuchungen von Katzen, Hunden, Meerschweinchen und Kaninchen und leistet Hilfestellung bei Blutabnahmen. Aber auch Untersuchungen von Mageninhalt oder Kotproben gehören dazu, da ist sie nicht empfindlich. Wenn sie die Wahl hätte zwischen Arbeitsplatz oder Schule, wie würde Greta entscheiden? „Ich glaube, ich würde hierbleiben. Ich finde die Arbeit hier sehr spannend.“


Teil des Teams: Karolin im Büro von F&F Werbetechnik.

Drei Wochen lang ist F&F Werbetchnik der Arbeitgeber von Karolin. Hier geht es um Montage, Wartung und Reparatur, aber auch Entwurf und Herstellung von Werbetechnik. Karolin arbeitet im Büro und ist befasst mit dem Erstellen von Rechnungen, Korrespondenz und auch der Buchhaltung. Sie sieht sich wie eine Auszubildende in Sachen Verwaltung und Teil des Teams. Sehr spannend findet sie aber auch die Bereiche Layout und Design und die Druckabteilung mit Digitaldrucker und Plotter. Auch sie könnte sich vorstellen, ihre Schulbank gegen den Schreibtisch zu tauschen: „Es macht mir echt Spaß hier, und ich habe einen guten Eindruck von der Arbeitswelt bekommen.“
 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
14.02.2020

 


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