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Zurück in der Schule

„Bessere Atmosphäre als vorher“

Großes Hallo, als die drei Sechserklassen allmählich auf dem Ardeyplatz eintrudeln. Man könnte fast die Abstandsregel vergessen, so groß ist die Wiedersehensfreude. Julien, 6a, bringt es auf den Punkt: „Ich finde es total aufregend, die Freunde wiederzusehen. Es ist jetzt eine bessere Atmosphäre als vorher.“ Gute zwei Monate haben sie sich jetzt, wenn überhaupt, nur noch online gesehen, gefühlt ein halbes Schuljahr. Jetzt teilen die AES-Jahrgänge 5 bis 9 wieder Klassenräume miteinander, in gebührendem Abstand, versteht sich.


Ungewöhnliche Aufstellung mit Abstand auf dem Ardeyplatz.

Aber zuerst gilt es, sich an die neuen Regeln zu gewöhnen. Jeder Jahrgang hat seinen eigenen Unterrichtstag mit fünf Stunden in der Woche. Es gilt die Abstandspflicht von 1,50 m, die Klassen sind halbiert, die Gruppen werden durch vier getrennte Eingänge von den Lehrern ins Gebäude geführt. Dann nacheinander Hände waschen und seinen Platz suchen, so wie die halbe 6b, die in der Aula untergebracht ist. Jeder Tisch trägt bis zum Schuljahresende einen Namen, Fluktuation unerwünscht.

Im Gänsemarsch zum Händewaschen.
 
In der Aula gibt’s zwar kein Waschbecken, dafür aber einen Desinfektionsmittel-Spender.

Es ist mucksmäuschenstill. Englischlehrerin Saskia Schürmann begrüßt ihre Schüler mit „good morning, ich hoffe es geht allen gut“. Dann folgen, man kann sie nicht oft genug wiederholen, die Hygieneregeln. Und zur Begründung: „Wir geben uns hier unheimliche Mühe,  die Sicherheit für Euch und Eure Familien zu gewährleisten.“

Während in der Notbetreuung nur eine einzige Fünfer-Schülerin ihre Matheaufgaben erledigt, nehmen die Kinder des Jahrgangs 6 widerspruchslos die ungewohnte Unterrichtssituation hin. Große Abstände, Händewaschen, zeitlich versetzte Pausen auf zwei getrennten Schulhöfen. Immer noch besser als der Online-Unterricht zu Hause. Da verliert selbst das present perfect seine Schrecken. Und Julien merkt an, dass Antipathien, sollte er sie denn einmal gegenüber Mitschülern gehabt haben, verflogen sind. Janine findet auch, dass alles sich anders anfühlt und stellt fest, dass die Mitschüler sich verändert haben.


Viel Raum für wenige Schüler, so wollen es die Regeln.

Nora entdeckt Gutes an der neuen Situation: „Es ist alles ruhiger. Da kann man sich besser konzentrieren.“ Celina findet jedoch: „Es nervt, das ständige Abstand halten und der Mundschutz.“ Die Regeln berühren David „eher weniger. Aber der Lappen hier…“, er deutet auf seine Maske, „nee!“ Karlotta empfindet die Regeln als „voll gruselig. Wenn ich mal was falsch mache, ist das dann schlimm?“ Da kann die Mathelehrerin Silke Kirchhoff sie beruhigen. Regelverstöße werden nur geahndet, wenn sie absichtlich und bewusst begangen werden.
Auch wenn es ein Neustart ist, die Anzahl der Schultage bis zu den Sommerferien ist nun überschaubar geworden: Ganze fünf sind es nur noch. Tröstlich dabei ist, dass alle versetzt werden, so hat es das Ministerium mitgeteilt. Und was nach den Ferien sein wird, könnte derzeit bestenfalls der Blick in die Glaskugel offenbaren. Der allerdings war nie Teil der Lehrerausbildung.
 

 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
17.05.2020