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Albert-Einstein-Realschule Essen-Rellinghausen

Hit the road, Jack !

„Ab jetzt entscheidet ihr selbst“

Es hätte der feierlichste Tag in ihrer bisherigen Schullaufbahn werden sollen, der Abschluss der Sekundarstufe I, der Übergang zur Oberstufe, zum Kolleg, in die Ausbildung. So war es Brauch, nicht nur an der AES. Dass in Zeiten der Pandemie daraus nichts werden würde, war den Schülerinnen und Schülern längst klar. Doch so ganz ohne einen besonderen Moment wollten die Absolventen und ihre Lehrer denn doch nicht auseinandergehen und organisierten die Verabschiedung nach den geltenden Abstands- und Kontaktregeln. Ein Meter fünfzig, Zahl und Maß des Jahres, beherrschte Raum und Wege, jede Klasse bekam ihren eigenen Abschied und die Eltern mussten bis auf zwei Vertreter leider draußen bleiben. Sie durften erst anschließend auf dem Schulhof stolz auf ihre Sprösslinge sein.


"Einsfünfzig" regierte beim Abschied des Zehnerjahrgangs in der Aula.

Schulleiter Martin Streibert nahm vorweg, was sowohl Lehrer und Eltern gleichermaßen empfanden: „Es fühlt sich an, als sei es erst gestern gewesen, dass in dieser Aula vor sechs Jahren alles anfing. Hier schließt sich der Kreis.“ Umso merkwürdiger empfand er den Abschluss dieses „Corona-Jahrgangs“, dessen vorbildliches Verhalten in schwieriger Phase ihm ein ausdrückliches Lob wert war. „Lasst euch richtig feiern, ihr habt’s verdient.“

        

Schulleiter Martin Streibert, die Klassenlehrerinnen Barbara Pähler,
Andrea Heimberg  und Karina Parigi erinnern sich.

     

Barbara Pähler, Klassenlehrerin der 10 b, zeigte ihre Erleichterung: „Wer konnte denn wissen, dass wir uns erst 13 Wochen später wiedersehen?“ Sie war sich mit ihren Kolleginnen einig, dass die anfänglich „wilden Haufen“ sich prächtig entwickelt haben. Deutliche Veränderungen in Engagement und Verantwortlichkeit, Sanitätsdienste, Patenschaften, Miteinander im Klassenverband seien besonders hervorzuheben. „Ich bin stolz auf euch und werde euch vermissen.“ Ihre Kollegin Karina Parigi fand es „traurig, dass es nun zu Ende ist.“ Sie sei aber „dankbar, dass wir uns sehen dürfen“.

Die Elternvertreter, die dabei sein durften, fragten sich mit zum Teil hörbarem Kloß im Hals: „Wo ist nur die Zeit geblieben?“ Sie alle konnten sich noch gut an den ersten Schultag an der AES erinnern. Auch sie registrierten den Reifeprozess, den ihre Kinder in den vergangenen sechs Jahren durchlaufen haben. Darum lautet ihre Maxime jetzt: „Ab jetzt entscheidet ihr selbst.“

  
Das Zeugnis spiegelt die eigene Leistung, die Rose die Wertschätzung der Erwachsenen.

Vitor, Jonathan und Lars, allesamt aktuelle Schüler- oder Klassensprecher, demonstrierten diese Entwicklung in besonderem Maße. In wohlgesetzten Worten zogen sie ein Fazit ihrer Schulzeit, die auch sie als flüchtig erlebt haben: „Trotz teilweise widriger Umstände ist die Zeit vorbeigerast. Diese Zeit verlangt ungewöhnliche Leistungen von uns. Wir sind erwachsen geworden und danken unseren Lehrern, die zu unserer Entwicklung beigetragen haben.“ Ihren Mitschülern wünschten sie, „dass ihr eure Ziele und Träume erreicht.“


Mit „Hit the road, Jack“ schickte die Schulband den Zehnerjahrgang auf den Weg.

Traditionell erhielten alle zum Zeugnis aus der Hand der Klassenlehrerin eine langstielige Rose, manche zusätzlich Ehrungen für besondere Leistungen oder soziales Engagement. Die Schulband intonierte instrumental den alten Ray-Charles-Kracher „Hit the road, Jack“, was soviel bedeutet wie „mach dich auf den Weg“. Und genau das taten die AES-Absolventen an diesem Tag. Hoffen wir, dass sich diese Wege immer mal wieder kreuzen.
 

 
Michael Rausch
 

 

10a: Bester Notendurchschnitt: 1,0; 19 Qualifikationsvermerke (61%)
10b: Bester Notendurchschnitt: 1,2; 14 Qualifikationsvermerke (47%)
10c: Bester Notendurchschnitt: 1,2; 11 Qualifikationsvermerke (38%)



Veröffentlicht am:
14.06.2020

 


URL: http://www.aes-essen.de//de/Newsmeldung?newsid=1030&printview=1
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