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Neue Wege

„Ihr werdet beobachtet“

Für die Fünftklässler sind es tatsächlich neue Wege gewesen, als sie im August zum ersten Mal zum Unterricht an der AES eintrudelten. Mittlerweile sind sie ihnen wohl längst geläufig. Im Projekt „Neue Wege“ macht Hauptkommissar Frank Klossek aber deutlich, worauf im Verkehr zu achten ist, auch wenn man sich sicher fühlt. Er ist zuständig für die Vorbeugung in Sachen Verkehrsunfälle bei der Polizei Essen und besucht die Fünfer der AES. Mit Maske, Hygiene und Abstand –AHA.


Polizeihauptkommissar Frank Klossek ist in Bewegung, arbeitet mit den Händen.


Aus der Klasse kommen vier zu Fuß, zwei mit dem Fahrrad, die Mehrheit mit Elterntaxi, Bus und Bahn. Klossek eröffnet mit der Erkenntnis: „Ihr werdet beobachtet.“ Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern pure Realität. Er macht den Kindern klar, dass andere Verkehrsteilnehmer sie im Blick haben. Sie sind zum einen Vorbild für Jüngere, zum anderen Mitspieler in einem System, das gegenseitige Vor- und Rücksicht verlangt.


Marja ertastet ein Radiergummi.


Klossek ist in Bewegung, arbeitet mit den Händen, geht auf die Kinder ein. „Krass“ und „cool“ gehört dabei selbstverständlich zu seinem Wortschatz. „Worauf muss ich achten, um auf die andere Straßenseite zu kommen?“ fragt er in die Runde. Die Antworten kommen spontan: „Auf Ampeln, Zebrastreifen, Verkehrsinseln.“ Der Hauptkommissar lobt: „Die Klasse hat geübt“ und „200 Punkte“. Den wichtigen Sichtkontakt behandelt er ausführlich, empfiehlt reflektierendes Material und wiederholt nebenbei noch einmal die Formel für den Anhalteweg: Geschwindigkeit durch zehn mal drei.


Auch Klassenlehrerin Verena Schreiner-Langen greift in den „Zauberbeutel“.


Wie wichtig es ist, sich mit wachen fünf Sinnen im täglichen Straßenverkehr zu bewegen, zeigt er an verschiedenen Beispielen. Zur Einstimmung der Tastsinn. In Klosseks „Zauberbeutel“ ertastet Marja ein Radiergummi, Nevio einen Magneten, Milo eine Tütenklammer und Dalal eine Batterie. Was beweist, dass wir uns nicht nur mit Sehen zurechtfinden. Ganz wichtig sind die Erfahrungswerte des Gehörs. Neunzehn Geräusche müssen die Kinder beim Geräuschequiz identifizieren. Während dessen haben zwei der Kinder Kopfhörer auf und hören Musik. Sie haben von alledem nichts mitbekommen. Deswegen gilt Klosseks Credo: „Im Straßenverkehr hat Musik auf den Ohren nichts zu suchen.“ Das Hören ist lebenswichtig: „Hören, gucken, reagieren.“

Michael Rausch



Veröffentlicht am:
28.11.2020