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Endlich mobil

Elterntaxi oder Führerschein

In Klasse 9a ist die überwiegende Mehrzahl 14 Jahre alt. Noch ein weiterer Geburtstag und die mobile Selbstständigkeit winkt. „Junge Menschen in Nordrhein-Westfalen können seit diesem Jahr den Moped-Führerschein bereits mit 15 Jahren machen“, verkündet Polizeihauptkommissar Frank Klossek. Er ist gekommen, um das Bewusstsein der Jugendlichen auf die kommende Situation vorzubereiten. Die Unterrichtseinheit heißt „Endlich mobil“.
Moped mit 15, Pkw mit 17 Jahren, das alles ist in greifbare Nähe gerückt. Doch die große Begeisterung kommt bei dem Thema nicht auf, die Prioritäten scheinen aktuell andere zu sein. Konnte es früheren Jahrgängen nicht schnell genug gehen, scheint die Lust auf die erste Fahrerlaubnis sich sehr in Grenzen zu halten.
Natürlich sind alle bereits seit Jahren Verkehrsteilnehmer, aber eben nicht motorisiert. Das könnte sich wohl theoretisch bald ändern. Frank Klossek fragt: „Wie wichtig ist Mobilität für Dich?“ Die Möglichkeiten sind für die meisten derzeit recht komfortabel mit Elterntaxi und Schokoticket, damit muss man nicht zwingend selbst fahren, vielleicht noch Fahrrad. Auch die Kosten von rund 1400 EUR sind eher abschreckend auf dem Weg zur Fahrerlaubnis. Dafür sprechen hingegen die eigene Unabhängigkeit, eine Entlastung der Eltern und die Anforderungen in Praktika und Berufen, die vielfach einen Führerschein voraussetzen. Mobilität durch den Führerschein ist wichtig, so Frank Klossek. Er selbst könnte seinen Beruf ohne „Lappen“ nicht ausüben, man hätte ihn schlichtweg gar nicht erst genommen.


Die 9a grübelt über den Fall „Dumm gelaufen“, während Polizeihauptkommissar Frank Klossek und Deutschlehrerin Carolin Brömmel Hinweise geben.

Er fühlt den Jugendlichen auf den Zahn bei der Schnittmenge von Verkehrsrecht, Zivilrecht und Jugendschutz. Ganz gleich, ob mit oder ohne Fahrerlaubnis – Jugendliche tragen im Verkehr Verantwortung. Der Polizist erzählt von einem tatsächlich in der Nähe des Berliner Platzes geschehenen Unfall. Er nennt den 16jährigen Verursacher „Ben“, das Geschehen „Dumm gelaufen“ und spielt sämtliche Konsequenzen mit der 9a durch. Die muss einen Fragenkatalog durcharbeiten, der Promillegrenzen streift, das Jugendschutzgesetz, rechtliche Folgen und Kosten des Geschehens. Nicht ohne, das Ganze. Aber ist das ein Hinderungsgrund? Nein, ein Leben ohne Führerschein ist für die allermeisten Menschen schlichtweg undenkbar.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
04.12.2020