Unser Logo Unsere Schule Unser Hundertwasser-Flur Stadtwaldfest Skifreizeit in Mittenwald Jedem Kind sein Instrument Freiarbeit nach Montessori Fußballturnier
Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Auf Abstand: Die Videokonferenz als Normalfall

Störtebeker und Sockenjonglage 

Der Distanzunterricht ist beschlossene Sache. Bis ins nächste Schulhalbjahr wird er auch für die AES Realität sein, bevor neu über ihn verhandelt wird. Mithilfe der digitalen Lernplattform Logineo kann das Lehrerkollegium einen Distanzunterricht erteilen, der neue und herkömmliche, digitale und analoge Mittel miteinander verbindet.
Klassenlehrerin Susanne Reisch loggt sich ein, Fenster ploppen auf, die Klasse 6c erscheint Bild für Bild. Ein Mädchen sitzt im Klassenraum, ein Mädchen im Büro der elterlichen Werkstatt, ein Spaßvogel steht Kopf. Es ist acht Uhr und das „Frühstück“ beginnt: Die Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn ist dem Austausch gewidmet – Quatschen. Es ist der übliche Smalltalk, der Austausch über den Alltag, Spiele und Aufgaben, der früher auf dem Schulhof stattgefunden hat. Die Kinder genießen es, und Sarah nutzt die Gelegenheit: „Ich kann hier viel besser noch mal nachfragen, wenn ich was nicht verstanden habe. Hier bekomme ich Informationen, die ich sonst nicht hätte.“


So sieht die 6c ihre Lehrerin Susanne Reisch: Vor heimischer Arbeitszimmer-Kulisse.

Der Unterricht beginnt, ganz nach Stundenplan. „Untersuche die Sage durch Anwendung der Sagenmerkmale“, lautet der Arbeitsauftrag. Es geht um Seeräuber in Sage und historischer Überlieferung. Die Kinder diskutieren auffallend strukturiert. Durch zeitweilige Stummschaltung wird Durcheinander vermieden. Susanne Reisch ruft Schüler auf, die sich melden und ihren Beitrag vortragen, dem alle anderen folgen können. „Wer von euch kennt denn Seeräuber?“ Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Störtebeker“.
Kollegin Carolin Körner, die zusammen mit Saskia Schürmann das Kollegium in die Videokonferenz-Technik eingewiesen hat, ist sehr zufrieden damit. Sie hat bisher weder Pannen noch Ausfälle erlebt und kann berichten, dass die Kinder das System gut annehmen. Selbst Sport, man mag es kaum glauben, unterrichtet sie damit. „Wir machen regelmäßig Aufwärm- und Kraftübungen.“ Sehr lustig muss auch die Sockenjonglage mit den 5ern gewesen sein: „Jeder hatte drei Paar Socken dabei und wir haben Jonglieren geübt. Die Socken sind natürlich überall hin geflogen.“


Beispiel aus dem Mathematikunterricht von Carolin Körner: Analog gerechnet und geschrieben, digital übermittelt und beurteilt.

Zurück zu Störtebeker. Es gibt mündliche und schriftliche Aufgabenstellungen. Einzelne Kinder werden aufgerufen, lesen ihren Text vor. Auch Gruppenarbeit ist möglich. Alles eine Frage der Schaltung. Und der gute alte Stift wird auch immer noch benutzt, zusammen mit Lehrbuch und Heft. Lara, Nicola und Hannah arbeiten zusammen in einer Gruppe. Sie lesen die Aufgabenstellung vor, Nicola macht Vorschläge zur Vorgehensweise. Die drei diskutieren und schreiben die Ergebnisse in ihr Heft.
Nachdem Susanne Reisch die Gruppenarbeit beobachtet hat, holt sie die Kinder aus den „Breakout-Rooms“ zurück ins Plenum. Sie ruft einzelne auf, ihre Ergebnisse vorzustellen. Hannah beschreibt die Illustration aus dem Buch, ein Bild mit der Szene aus einer alten Hafenkneipe. Die Lehrerin gibt eine positive Rückmeldung und verkündet das Unterrichtsende. Die Kinder haben jetzt Pause. Genau wie im richtigen Leben.

Michael Rausch




Veröffentlicht am:
22.01.2021