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Kinder planen Verkehr

Kinder planen Verkehr - WAZ/Essen vom 29.03.2007
Pilotprojekt "Kinderwege in der Stadt" startet. Die Kleinen können selbst Entwürfe für einen Abschnitt der Frankenstraße erstellen. Baubeginn ist für Ende 2007 angesetzt

Jungen planen Verkehr      Foto: WAZ Spielerisch werden die Kinder in die Verkehrsplanung eingeführt. Hier heißt es:"Miss mal!" Fotos (2): WAZ, Arnold Rennemeyer

Von Liliane Zuuring

Wie die Kleinkinder liegen die Achtklässler auf blauen Sport-Matten, greifen zu den Matchbox-Autos in der Turnhalle der Albert-Einstein-Realschule in Rellinghausen. Sie tragen blaue T-Shirts mit der Aufschrift "KSI - Kinder sind Ingenieure" und orangefarbene Warnwesten. Denn sie sind jetzt die Planer.

"Kinderwege in der Stadt" heißt das Pilotprojekt, das Kinder an einer konkreten Planung des etwa 300 Meter langen Franken-straßen-Stücks zwischen Eisenbahn- und Rellinghauser Straße beteiligt. 120 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren kamen gestern zur Auftaktveranstaltung. Die Ingenieurkammer-Bau NRW initiierte das Projekt. "Ich komme aus Essen, da die Stadt Großstadt für Kinder ist, dachte ich, man könnte kooperieren", so Andrea Wilbertz von der Kammer. Sie kontaktierte das Kinderbüro, das Tiefbauamt kam dann auch noch dazu.

"Einmal herhören", verschafft sich Mike Pannek vom Tiefbauamt Gehör bei den Realschülern, die ganz in die Matchbox-Autos versunken sind. Denn jetzt geht´s los: "Stopp´ mal!" heißt die Station. Hier sollen die Jungingenieure auf der 1:64-Maßstabsdarstellung testen, wie sich die Länge der Ampelrotlichtphase auf den Verkehr auswirkt. "Wir wollen an den neun Stationen zeigen, was auch die Bedingungen der Planungen sind. Dass man, wenn man einem etwas gibt, dem anderen etwas wegnimmt. Wir wollen die Kinder für Abhängigkeiten sensibilisieren, ihnen zeigen, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können."

Wünsche gibt es vorerst reichlich: "Ampeln! Inseln! Blitzer! Zebrastreifen!", rufen Verena, Hannah, Sophie und Rabia, alle neun Jahre und Ardeyschüler, durcheinander. "Toll" findet es Hannah, dass sie "sich selbst mal aussuchen darf, was passiert".

Dass die Ecke "ganz schön gefährlich" ist, weiß Annika (6) von der Kita St. Lambertus. Ihr hat das Ausmalen viel Spaß gemacht. "Die Mädchen stürzen sich aufs Malen, die Jungs auf die Matchbox-Autos. Für jeden ist etwas dabei. Und an der Ecke muss was passieren", sagt Erzieherin Hoinkis. Die grüne Ampelphase sei für Autofahrer nur kurz, sie würden noch schnell bei Rot um die Ecke huschen, haben Nils (13) und Jan (14) von der Albert-Einstein-Realschule erfahren: "Außerdem haben die Fußgänger auch Grün, das beachten die Autofahrer oft nicht. Da sind schon Kinder angefahren worden." Fasziniert blicken beide an der Station "Simulier mal!" auf die Computer-Simulation des Verkehrs, die Holger Hoffschröer, studentischer Mitarbeiter bei den Verkehrsplanern der Uni, zeigt.

Ohne das Projekt hätte das Tiefbauamt Ende 2006 selbst einen Entwurf angefertigt. "Darauf haben wir nun bewusst verzichtet. Es ist ein sehr engagiertes Vorhaben, denn Ende 2007 soll schon Baubeginn sein."

Mädchen planen Verkehr      Foto: WAZ "Mal mal!": Das macht besonders den Mädchen Spaß.

Mario (14) stellt die Wagen in Position, Nuray (14) hält die Stoppuhr bereit. "Das ist lustig", befindet Mario - und lehrreich. Denn das Arbeitspapier mit den gemessenen Zeiten nimmt er mit - als Basis für die weiteren Planungen, an deren Ende ein konkreter Entwurf stehen soll. Der beste Entwurf wird als Grundlage für den Umbau des Straßenabschnitts dienen.Ab heute bis zum 8. Mai begehen die Kinder in Gruppen und in Begleitung von Ingenieuren die Frankenstraße, erarbeiten Planungsentwürfe. 9. Mai: Planungsworkshop für Elf- bis 14-Jährige. Anfang Juni: Ergebnispräsentation. Im Spätsommer soll es einen Planungsbeschluss auf der Grundlage der Ergebnisse geben. 2007 ist Baubeginn. Schirmherr des Projekts ist NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke. Nach Beendigung des Pilotprojekts soll ein Leitfaden erstellt werden für andere Städte, die Kinder in Planungen einbeziehen wollen.

Wie die Kleinkinder liegen die Achtklässler auf blauen Sport-Matten, greifen zu den Matchbox-Autos in der Turnhalle der Albert-Einstein-Realschule in Rellinghausen. Sie tragen blaue T-Shirts mit der Aufschrift "KSI - Kinder sind Ingenieure" und orangefarbene Warnwesten. Denn sie sind jetzt die Planer.


Projektverlauf
Ab heute bis zum 8. Mai begehen die Kinder in Gruppen und in Begleitung von Ingenieuren die Frankenstraße, erarbeiten Planungsentwürfe. 9. Mai: Planungsworkshop für Elf- bis 14-Jährige. Anfang Juni: Ergebnispräsentation. Im Spätsommer soll es einen Planungsbeschluss auf der Grundlage der Ergebnisse geben. 2007 ist Baubeginn. Schirmherr des Projekts ist NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke. Nach Beendigung des Pilotprojekts soll ein Leitfaden erstellt werden für andere Städte, die Kinder in Planungen einbeziehen wollen.



Pressemeldung der Ingenieurkammer-Bau NRW und der Stadt Essen vom 28. März 2007




Veröffentlicht am:
29.03.2007