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Alex am Rande des Weltalls

Unterricht für die Mitschüler



"Die Erde ist unser Zuhause, da draußen ist so etwas wie ein Park, den ich erforschen möchte." Mit diesem fast schon poetischen Vergleich beschreibt Alexander Gohl seine Neugier auf Atmosphäre und Weltall. Deshalb hat er in den Sommerferien zum zweiten Mal an einem Feriencamp des Zentrum Mint-Netzwerk teilgenommen, denn Höhe und Fliegen sind seine Themen.







Volle Konzentration:
Alex berichtet über seine Erfahrungen mit der Stratosphäre.


Gemeinsam mit 15 anderen Schülern hat er, angeleitet von Dozenten der privaten Essener FOM-Hochschule, eine Sonde für einen Stratosphärenballon gebaut, der die Grenzschicht zwischen Atmosphäre und Weltraum erkunden sollte. Seine Erfahrungen goss er in eine Power-Point-Präsentation, von der die Lehrerschaft so angetan war, dass Konrektor Martin Streibert sie kurzerhand in seinen Geografie-Unterricht einbaute. Und so steht Alex nun vor seinen eigenen Mitschülern und gibt Unterricht.  
Die Vorarbeiten haben sichtlich Spaß gemacht.

Die Sonde kurz vor dem Start.

Bis 37km Höhe, berichtet Alex, habe man den Flug geplant, eine Sonde gebaut und die Elektronik programmiert, die Daten zu Höhe, Temperatur, Druck und andere Messwerte liefern sollte. Auch der Spaß an der Sache sollte nicht zu kurz kommen, deshalb montierten die Jungforscher außen im Blickfeld der Kamera das FOM-Maskottchen und einen Rahmen mit ihrem Gruppenbild, eingerahmt von zwei Süßigkeiten aus Eiweißschaum mit Schokoladenüberzug, die Jugendliche gerne mal zwischen Brötchenhälften klemmen. Alex‘ Idee war es zu sehen, ob der der geringe Druck in der oberen Atmosphäre den Schaum zur Explosion bringen würde.


Am Rande des Weltalls. Nur die Schokoladenhülle ist geplatzt.

Unbedingt geplant werden musste die Flugroute zur behördlichen Genehmigung. Der erste Plan hätte die Sonde am Fallschirm mitten in der Altstadt von Münster aufs Pflaster knallen lassen. Kein gutes Ziel. Also Plan B, draußen im Grünen. Die Präsentation zeigt die Füllung des Ballons mit 70 Litern Ballongas (87% Helium). Wir sehen den Start aus Sicht der Sondenkamera und den rasanten Anstieg. Schnell bleibt die Erde zurück, der Schokoladenüberzug des Desserts platzt auf. Was wir nicht sehen, ist die Ausdehnung des Ballons von 2 auf 15 Ballonstart am Rande der Essener City     Meter Durchmesser. Alex erzählt, als wäre er dabei gewesen. War er natürlich nicht, am Boden gab es genug zu tun.

Die Sonde schwebt nun oberhalb der Wolken. Hartes, klares Licht, ein traumhaftes Blau und die Erdkrümmung sind zu sehen. Geht es noch höher? Geht es. Die Farbe des Firmaments ändert sich: Aus dem wunderbaren Blau wird Tiefschwarz. Am Rande des Weltalls ist es beunruhigend finster. Und still. Die Süßigkeiten sind wider Erwarten nicht explodiert, Alex weiß: „Sie waren schockgefrostet.“ Plötzlich ein Ruck, die Kamera taumelt. Offenbar ist in der Höhe von 37.000 Metern der Ballon geplatzt, nachdem er sich von 2 auf 17 Meter Durchmesser aufgebläht hatte. Wir sehen mehrere heftige Ruckbewegungen, der Fallschirm hat sich geöffnet. Windgeräusche, es wird laut. Und so schnell, wie es aufwärts ging, gleitet die Sonde zur Erde zurück. Die Landung auf der Wiese bei Lengerich ist unsanft, aber ohne Schäden. Die Erde hat sie wieder. Eine halbe Stunde später erscheint das Jungforscherteam zur Bergung. Und zum Feiern des gelungenen Ausflugs an die Grenze des Weltalls.

Alex und das Team mit der geborgenen Sonde im Landegebiet bei Lengerich kurz vor der niedersächsischen Grenze.

Michael Rausch
 



Veröffentlicht am:
07.10.2018