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Albert-Einstein-Realschule Essen-Rellinghausen

Schwerer Weg durch die Pubertät

Gemeinsamer Elternabend von AES und Elsa Brändström

„Wegen Umbau vorübergehend geschlossen.“ Dieser Satz umfasst alles, was Eltern, Lehrer und die Betroffenen der Pubertät umtreibt. Angela Felix, Leiterin der Familien- und Erziehungsberatung der „cse“ (Gesellschaft aus Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen) war Referentin beim neunten gemeinsamen Eltern-Informationsabend von AES und Elsa-Brändström-Realschule. Rund hundert Eltern waren erschienen, die sich Rat von der Fachfrau erhofften.
Zwar wird Pubertät mittlerweile zwischen zehn und dreißig Jahren verortet, doch an diesem Abend geht es um die Zielgruppe der Sekundarstufe I. „Jugendliche können in dieser Zeit sehr gut sagen, was sie nicht mehr wollen, aber noch nicht, was sie wirklich wollen“, so eine Beobachtung aus der Praxis der Therapeutin. Die Hirnforschung liefert die Begründung: Der zuständige Teil des Gehirns ist noch gar nicht entwickelt. Das führt zu schweren Spannungen beim Jugendlichen selbst und zu oft schwer erträglichem Verhalten für die Umgebung.
Angela Felix beobachtet: „Es ist heute schwerer, erwachsen zu werden aufgrund globaler und kultureller Veränderungen. Die Abgrenzungsversuche werden daher immer extremer.“ Die Jugendlichen können zwar nicht dafür, wenn Körper und Psyche verrückt spielen, es ist aber trotzdem unerlässlich, sie in die Schranken zu weisen. „Eltern müssen gelegentlich hart sein, besonders beim Thema Medien.“ 60 Prozent der Konflikte drehen sich um dieses Thema, weiß die Therapeutin.
Die Referentin geht auf Fragen aus der Elternschaft ein. Sie rät in manchen Fällen zur Gelassenheit, denn der Erfolg von Konfrontationen sei gering: „Überhören Sie auch mal eine blöde Bemerkung wie ‚chill mal‘.“ Die Heiterkeit im Saal verrät Expertentum - ja, so etwas kennen die Eltern. Angela Felix: „Man muss nicht jeden Konflikt austragen, das eigene Wohlbefinden ist ein Gut.“
Sie setzt auf klare Absprachen, damit es eine Linie gibt, über die man sprechen kann. Apropos Linie: „Bitte keine Linien verwischen, die gegeben sind“, rät Felix. Eltern seien Eltern und sollten auf keinen Fall versuchen, sich jugendlicher zu geben, als ihr Nachwuchs. „Verhalten Sie sich erwachsen, auch wenn Sie dafür Provokationen ernten.“ Und: „Wir müssen Jugendlichen sowohl schwierige soziale Situationen als auch Langeweile zumuten.“
„Seien Sie sicher“, dieser Satz der Therapeutin hat etwas sehr Tröstliches, „Sie sind die innere Stimme ihrer Kinder. Denken Sie daran, dass die Grundlagen Ihrer Beziehungen lange vor der Pubertät entstanden sind.“ Und das bedeutet, dass Eltern, auch wenn Ihnen angesichts durchgedrehter Kinder Übles schwant, Vertrauen haben können. Die anfangs erwähnte Schließung ist tatsächlich nur vorübergehend und irgendwann werden auch Pubertierende erwachsen. Die Eltern werden sich erinnern.
Michael Rausch
Angela Felix, Leiterin der Familien- und Erziehungsberatung der „cse“, würzt ihren humorvollen Vortrag mit Fallbeispielen aus ihrer Praxis vor interessierten Eltern im Musiksaal der Elsa-Brändström-Realschule.
 



Veröffentlicht am:
20.11.2018

 


URL: http://www.aes-essen.de//de/Newsmeldung?newsid=900&printview=1
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