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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

Muss das denn sein?

Rap an der AES

„Rappen im Deutschunterricht, muss das sein?“, stirnrunzelnd stellte die Mutter eines Achtklässlers diese Frage. Melanie Kühn, die Deutschlehrerin der Klasse 8f, freute sich, das Projekt mit der Universität Duisburg-Essen genauer vorstellen zu können: „Wir erarbeiten gerade Argumentationen und letzten Endes lässt sich Rap häufig darauf reduzieren: Ein Rapper versucht den anderen von seiner Meinung zu überzeugen.“

Rhythmus klatschen und stampfen – die wissenschaftlichen Mitarbeiter zeigen, wie es geht und die 8f macht es nach

Jan Strobl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität und verantwortlich für das Rap-Projekt, unterstützte die Lehrerin: „Rap ist ein Musikstil, der die Jugendlichen interessiert und deshalb zum Schreiben motivieren kann. Durch die Übertragung von Texten aus dem Unterricht in Songtexte beschäftigen sich die Schüler mit den Eigenarten verschiedener Textsorten.“

In gemeinsamen Planungen wurde die Unterrichtsreihe zuvor thematisch auf ein Gebiet ausgelegt, das alle Schülerinnen und Schüler bewegt: Soziale Medien. Peinliche Facebook-Posts wurden im Verlauf der Stunden genauso diskutiert wie die Auswirkungen der sozialen Medien auf das gesellschaftliche Leben. Gemeinsam wurde das Medienverhalten analysiert und die Klassen besprachen Veränderungsmöglichkeiten. Die Deutschlehrerinnen der achten Klassen wurden in der Zeit immer wieder durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität unterstützt. In diesen Stunden arbeiteten die Jugendlichen vor allem an einem sogenannten Blackbook, das die Grundlage für einen eigenen Rap legen sollte. Moritz Jäger, wissenschaftliche Hilfskraft, erklärte, warum der Rap Teil der Sprachbildung sein kann: „Beim Rappen müssen die Schüler ein Sprachgefühl entwickeln. Inhalte werden prägnant verkürzt, die Silben sind wichtig und am Zeilenende müssen sich die Worte reimen. Wir thematisieren, wie man mit der Stimme Emotionen ausdrücken kann.“

Macthew rappt im „Tonstudio"  und  Welche Stellen müssen später betont werden?

Das Theorie-Praxis-Projekt „RapPro – Sprachförderung durch Rap“, das Teil des von der Stiftung Mercator geförderten Modellprojektes „ProDaZ“ ist, widmet sich seit 2013 der Sprachförderung und -bildung durch Musik. An der Albert-Einstein-Realschule in Kettwig fand das mehrwöchige Projekt Ende November seinen großen Abschluss. Die Jugendlichen hatten seit den Sommerferien an einem gemeinsamen Rap gebastelt und dieser sollte nun vertont werden. Dazu hatten die ProDaZ-Mitarbeiter aus einem Konferenzraum mit beeindruckendem Equipment ein Tonstudio gezaubert. In kleinen Gruppen trugen die Achtklässler dort Pro- und Kontra-Argumente zu sozialen Medien vor. Die Schüler hatten sich zu Beginn der Reihe Crew-Namen gegeben und daher rappten die Highlighter: „Du könntest durch dein Handy deine Freunde vergessen, du hast mich vergessen, du bist vom Handy besessen.“ Darauf konterte Jampf später: „ Das Miteinander ändert sich durch soziale Medien, durch Kommunikation in schnellen Serien, kann man von Ort zu Ort telefonieren und bei Problemen schneller reagieren.“ Immer wieder wurden die verschiedenen Texte eingesungen, damit die Schüler direkt hören konnten, wie sich verschiedene Betonungen oder Sprachtempi auf die Aussage auswirkten.

„Das ist ein super Ergebnis“, Jan Strobl zeigte sich über den fertigen Rap beeindruckt und die Schüler waren stolz auf das Ergebnis. Es ist also klar, welche Antwort die 8.Klassen auf die besorgte Frage der Mutter gaben: „Ja, ein Rap-Projekt muss sein, weil Schule auch mal cool sein kann.“

Lara lauscht selbstkritisch dem eigenen Rap 
 
MK



Veröffentlicht am:
11.12.2018