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„Ich kann das doch für dich machen.“

Die Sache mit der Verantwortung

Wer ein Haustier hat, sagen wir mal ein Meerschweinchen, hat damit automatisch die Verantwortung dafür. Ist doch klar. Denn würde man sich nicht darum kümmern, ginge es dem Tier bald schlecht: Es würde krank, unterernährt und ginge bald ein. Aber auch ihm die Freiheit zu geben wäre keine Lösung, denn es käme vermutlich nicht weit. Es würde im städtischen Getriebe unter die Räder kommen, von Katzen oder Raubvögeln erlegt werden oder Hungers sterben. Deswegen ist es die Verantwortung des Besitzers, für sein Haustier zu sorgen und sein Wohlergehen zu sichern.
Dies ist ein leicht verständliches Beispiel für den nicht ganz so leicht verständlichen Begriff „Verantwortung“, der im AES-Schulprofil als ein Kernpunkt fest verankert ist: „Ich übernehme Verantwortung für mich und andere.“ Die Klasse 7a hat dieses Schulmotto jetzt in einer Unterrichtsreihe des Faches Soziales Lernen gründlich durchleuchtet. Dabei sollten die Zusammenhänge der Verantwortungen, die man im schulischen wie privaten Leben zu übernehmen hat, sichtbar gemacht werden. Mit Plakaten und Team-Vorträgen stellten sich die Gruppen der gesamten Klasse und deren Kritik.


Auch Finja übernimmt Verantwortung: Sie „ersetzt“ den vierten Magneten.

Sehr naheliegend waren die Erfahrungen wie der Hamster, ein Geschwisterkind oder Freundschaften, die zur Sprache kamen. Mustergültig das Referat, das eine Zusammenfassung vorweg schickte, um anschließend in Einzelvorträgen zu münden, bei denen sich die Mädchen die Bälle zuwarfen. Großartig Juanas Einleitung, die im freien Vortrag bühnenreif und sehr anschaulich ein alltagstaugliches und konkretes Bild von Verantwortung zeichnete. Aber es blieb nicht beim Familiären. Eine Gruppe hatte sich dem Planeten Erde gewidmet und der gemeinsamen Verantwortung für Umwelt und Ressourcen. Plakative Beispiele unterstrichen die Bedeutung unseres Handelns für die Zukunft der Erde. Ein besonders schönes wie ungeplantes Beispiel lieferte Hannah. Einer Mitschülerin, die sich den Vortrag nicht zutraute, weil sie wegen ihrer Gehhilfen den Spickzettel nicht halten könne, sagte sie: „Ich kann das doch für dich machen.“


Klar gegliedert, Bereiche, Beispiele, Vorsätze und Handlungsempfehlungen.

Immer wieder wiesen die Vortragenden auch auf den Aspekt der Eigenverantwortung hin, der Vorstufe für die Verantwortung für andere. Für sich selbst Verantwortung zu übernehmen bedeutet nämlich zu seinen Handlungen zu stehen, keine Schuldigen zu suchen, wenn’s mal nicht so geklappt hat und damit anderen nicht die Macht über sich zu geben. Dadurch behält man seine Zügel selbst in der Hand und wirkt nach außen verlässlich. Und man lernt, mit Kritik umzugehen, einer wichtigen demokratischen Fähigkeit.


Hier liegt das Hauptgewicht eindeutig auf Umwelt und Natur.

Verantwortung – ein Begriff, der bei Kindern und Jugendlichen naturgemäß noch nicht völlig zur Grundausstattung gehört, der aber für sie durch diese Unterrichtsreihe deutliche Konturen bekommen hat. Und was die Praxis angeht: Es gibt genügend Betätigungsfelder in der AES, um Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise als Streitschlichter, Paten, Busbegleiter, Pausenaufsicht, bei Schülergericht, Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung. Übungen für ein Leben in der Gemeinschaft.
 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
08.11.2019