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Fahrrad-Sicherheitstraining

Punktlandung vor den Pylonen


Die 6b: Angetreten zum Fahrradtraining der Essener Polizei.

Das Wetter hatte mitgespielt. Noch bis kurz vor acht waren die Himmelsschleusen offen gewesen und die Trainingsrunde stand auf der Kippe. Aber pünktlich zum Unterrichtsbeginn stoppte der Regenguss und das Wasser versickerte auf dem AES-Schulhof. Glitschiges Laub musste weichen und zurück blieb eine befahrbare Piste mit leicht erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Kein Problem für den 6er Jahrgang, der von Hauptkommissar Frank Klossek und Oberkommissarin Lucia Zielinsky in einem Fahrrad-Workshop mit dem eigenen Rad vertraut gemacht wurde.


Bei den Helmen herrscht bunte Vielfalt.

Die beiden Essener Polizisten sind Experten in Sachen Verkehr und Kinder. Sie zeigen, dass es noch manches zu lernen gibt über Bremsen, Helme, Verkehrssituationen und allem, was 12-Jährigen mit dem Fahrrad auf dem Schulweg begegnet. Doch bevor es ans Fahren geht, heißt das Thema Sicherheit. Die Größe des Rades im Verhältnis zur eigenen Körpergröße spielt eine wichtige Rolle beim Gleichgewicht, lernen die Kinder.


Sattel- und Lenkerhöhe richtig eingestellt?

Dann kommt der Helm an die Reihe. „Den idealen Helm sucht man sich selber aus“, weiß Frank Klossek, denn es geht um Sicherheit. Aber offensichtlich schätzen Kinder und Eltern es sehr, wenn sich Designer ausgiebig am Produkt ausgetobt haben. Hier herrscht die ganz bunte Vielfalt. Daher gibt es polizeilichen Ratschlag, dass der gut sitzende, belüftete Citybike-Helm den Trekking-, Skate- und Cross-Helmen, sowie Rennrad- und BMX-Helmen vorzuziehen sei. Und der Kinnriemen. Er muss ein bis zwei Fingerbreit Platz unter dem Kinn lassen. Die Polizisten wissen, wovon sie reden.


Sieht ein bisschen aus wie „Fang den Hut“.

Jetzt werden die Riemen gestrafft und los geht’s mit der ersten Bremsprobe. Es heißt „volle Pulle“ auf die „Lübecker Hütchen“ zuhalten und erst im letzten Moment mit der Hinterradbremse bremsen. Die Jungs freuen sich schon aufs „Driften“, wenn das blockierte Rad seitlich wegrutscht. Doch nicht alle scheinen wirklich vertraut mit ihrem Rad zu sein. Wer weiß schon, dass der rechte Hebel die Hinterradbremse bedient? Jedenfalls längst nicht alle, denn es blockieren mal beide, mal das Hinterrad und manche schaffen es auch, das Vorderrad so festzusetzen, dass das Fahrrad hinten hochkommt wie ein bockender Mustang.


Wenn’s auf Tempo geht, muss man sich in die Kurve legen.

Rutschgeräusche schallen über den Schulhof, als die
„Was ist los mit deiner Bremse?“ fragt Frank Klossek, als ein Fahrrad partout nicht anhalten will. Alles eine Frage der Einstellung. Warum sollen die hinteren Bremsgummis fester greifen als die vorderen? „Richtig, damit das Vorderrad nicht blockiert und ihr über den Lenker geht“, bestätigt der Polizist und legt mit Kollegin Hand an die Stellschrauben. Manche bedienen sich auch selbst beim mitgebrachten Werkzeugsortiment der Polizei. Der Praxistest beweist: Jetzt sind alle Bremsen richtig justiert.


Experten beim Slalom.

Manche halten bereits einen Meter vorher, manche sausen rutschend durch die Hindernisse. Bei einigen kann Oberkommissarin Lucia Zielinsky aber schon lobend „Punktlandung“ vermelden. Und mit ein bisschen Übung kann bald jedes Rad aus voller Fahrt vor den gestreiften Pylonen zum Halten gebracht werden. Im  realen Straßenverkehr hätte es wohl die Situation gerettet.


Hier geht’s um Langsamfahren: Der letzte gewinnt.

Stand bisher das Gerät im Mittelpunkt, geht es nunmehr um die Geschicklichkeit der Fahrer: Slalom. Manch eine nimmt die Kurven mit Vorsicht, ganz senkrecht, sie legt sich noch nicht hinein, wie andere, die den Geschicklichkeits-Parcours absolvieren. Macht nichts, ist völlig in Ordnung. Hier geht es nur darum, die engen Kurven zu schaffen, ohne ein Gummihütchen umzuwerfen. Etwas anderes ist es bei der verschärften Variante, die nun folgt: Engere Kurven, zwei Fahrer gegeneinander auf Zeit. Da wird der Ehrgeiz geweckt und man sieht so manche Zungenspitze aus dem Mundwinkel ragen. Die Fahrer legen sich vermehrt in die Kurven und die Pylone fliegen. Das gibt Minuspunkte für die Gruppe. Pluspunkte hat dagegen das gesamte Sicherheitstraining verdient, das das Gefühl fürs eigene Fahrzeug trainiert und damit den Schulweg ein wenig sicherer gemacht hat.


Und gut zu Fuß sind sie auch. Hier beim Pylone einsammeln
 
Michael Rausch



Veröffentlicht am:
11.11.2019