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RL Nur wenige Schüler fahren Rad

Essen vom 13.05.2017 von Michael Mücke

Mobilität-Werk-Stadt: Bei einem Workshop mit rund 40 Schülern gaben nur drei an, dass sie ein Fahrrad besitzen. Lediglich einer nutzte es regelmäßig.


Immer weniger Schüler sind mit dem Fahrrad unterwegs. Erste Nachfragen der Verkehrsinitiative Mobilität-Werk-Stadt ergaben, dass ihr Anteil deutlich geringer ausfallen dürfte, als bisher angenommen wurde.    FOTO: ULRICH VON BORN

Für den Weg zur Schule steigen deutlich weniger Kinder und jugendliche aufs Fahrrad als erwartet. Die Essener Initiative Mobilität-Werk-Stadt e.V., die gemeinsam mit der städtischen Klimaagentur an fünf Essener Schulen einen Schulweg-Check macht, hat bisher einen eher geringen Anteil an Radfahrern ausmachen können. "Zwar liegen uns alle Ergebnisse erst im September vor. Aber es ist schon zu sehen, dass der Trend, aufs Fahrrad zu steigen, runtergegangen ist", berichtet Georg Nesselhanf, Vorsitzender der Essener Umwelt- und Verkehrsinitiative.

Besonders drastisch war das Ergebnis einer Nachfrage bei Elftklässlern der Frida-Levy-Gesamtschule in der Innenstadt und des Ruhrkollegs in Steele vor wenigen Tagen. Unter den 40 jungen Teilnehmern, die die neue App der Verkehrsge-sellschaften Evag und Bogestra testeten, besaßen nur drei ein eigenes Fahrrad. „Und nur einer von diesen drei Schülern benutzt es. Das hat uns schon sehr erstaunt", sagt Nesselhauf. „Und auch sehr schockiert"

Dass immer mehr Schüler sich lieber von ihren Eltern chauffieren lassen und den öffentlichen Nahverkehr meiden, verwundert ihn nicht. Nesselhauf sieht einen wesentlichen Grund dafür auch im Linien- und Kapazitätsangebot. So hätten die Schüler berichtet, dass Busse und Bahnen auf den Schulwegen oft überfüllt seien und man es nicht mehr schaffe, sich rechtzeitig zum Ausstieg zu zwängen. „Es gibt zum Teil gravierende Probleme zu den Stoßzeiten", kritisiert Nesselhauf. Auch hätten die Schüler über lange Warte- und Fahrtzeiten am Abend und zu weiter entfernt gelegenen Stadtteilen geklagt.

Die Mobilität-Werk-Stadt realisiert gerade mit der Stadt das Pilotprojekt „Schulweg-Check" an mehreren Schulen, darunter das Victoria-Gymnasium und die Albert-Einstein-Realschule. Dabei wird danach gefragt, welche Verkehrsmittel die Schüler nutzen und wo sich mögliche Gefahrenpunkte auf' dem Schulweg befinden, die beseitigt oder gemieden werden müssen. Gemeinsam mit Verkehrsexperten wird der möglichst sicherste Schulweg erstellt, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bahn und Bus zurückgelegt werden kann.

Über den Verein Mobilität-Werk-Stadt
  • Der Verein Mobilität-WerkStadt e.V. ist eine Verkehrsinitiative für Essen und das Ruhrgebiet und ist dem Essener Umweitverband „Runder Umwelt-Tisch" (Rute) angeschlossen.
  • Sein erklärtes Ziel ist eine umweltgerechte Mobilität „mit möglichst wenig unerwünschten Nebenwirkungen, die wirtschaftlich tragfähig ist".
  • Der Verein wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert.



Veröffentlicht am:
13.05.2017