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Albert-Einstein-Realschule      Offener Ganztag - individuell gestaltet

KE Benehmen ist Glückssache?

Benehmen ist Glückssache? - Nicht an der AES!

"Etwas unheimlich war es doch, als ich morgens zur Schule kam und gleich drei
Schüler zur Tür stürzten, um sie zu öffnen", schmunzelt AES-Lehrer Marcel Meyer, als er an den 30.3. denkt. "Nach dem fünften besonders freundlichen "Guten Morgen" innerhalb weniger Meter fiel es mir dann wieder ein: Der erste Benimmtag an der Albert-Einstein-Realschule in Kettwig war in vollem Gange."


Max, Selin, Flora, Mona und Elena von der Benimm-AG

Die Neunt- und Zehntklässler der Benimm-AG unter der Leitung von Veronika Nierychlo hatten die Schülerinnen und Schüler im Voraus auf das Ereignis vorbereitet. Einen Tag lang sollten sich alle ganz besonders gut benehmen. Deutlich sichtbar hingen die Regeln überall im Gebäude und in jeder Klasse verteilt. Sieben Aufforderungen sollten daran erinnern, auf Respekt, Höflichkeit und Sauberkeit zu achten. Damit die Regeln eingehalten wurden, beobachteten und dokumentierten die 17 Schülerinnen und Schüler der Benimm-AG an dem Tag das Verhalten ihrer Mitschüler. Sie waren an den T-Shirts mit dem Schul-Logo klar erkennbar und hatten ihre Augen und Ohren überall. Das Kollegium unterstützte sie und meldete ihnen, wenn Schülerinnen und Schüler gegen Regeln verstießen. "Auf gutes Benehmen achten wir natürlich auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr", betonte AG-Leiterin Nierychlo. "Aber an dem Benimmtag war wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler bewusst auf ihren Umgang miteinander schauten."

"Sind wir noch im Rennen?"; war daher die meistgestellte Frage der Kinder und Jugendlichen, wenn die Lehrer mit den neuesten Informationen aus dem Lehrerzimmer kamen. Niemand aus der Klasse durfte negativ auffallen, um an die begehrten Belohnungen in Form von Hausaufgaben-Gutscheinen zu gelangen. Daher war die Maxime "Einer für alle - alle für einen!" Blicke und kleine Gesten untereinander reichten häufig aus, um jeden noch einmal an das Motto zu erinnern. Das gute Benehmen wurde thematisch in das Unterrichtsgeschehen eingebunden. Im Englischunterricht zeigten die sechsten Klassen in Rollenspielen höfliches Verhalten in einer anderen Sprache.

"Wenn man die Regeln überall liest und jeder aufpasst, dann merkt man erst einmal, wie oft man sich vielleicht nicht ganz korrekt verhält", gibt die elfjährige Maja ehrlich zu. Ihre Freundin pflichtet ihr bei: " Wenn man einen Tag lang so extrem aufgepasst hat, dann achtet man automatisch die nächste Zeit auch noch mehr auf sein Verhalten." Höfliches Sprechen, nicht zu drängeln oder die Schule sauber zu halten - all diese Dinge gehen manchmal im Alltagstrott ein wenig unter. Umso auffälliger ist es dann, wenn sich eine ganze Schule, um zuvorkommendes und höfliches Benehmen bemüht.

Elena aus der Benimm-AG hat daher vor allem die positiven Reaktionen der Mitschüler in Erinnerung. "Die meisten Schüler fragten, wann wir den Tag wiederholen würden." Die Schulleiterin Ulrike Liebenau konnte am nächsten Morgen einigen Klassen gratulieren und versprach den restlichen Klassen, dass es eine neue Chance im nächsten Halbjahr geben würde. Den Schülern wurde durch die Einbettung in den Schulalltag deutlich, dass Benehmen nicht Glückssache, sondern eine Frage der Einstellung und des Einübens ist.

Melanie Kühn



Veröffentlicht am:
19.05.2017