Polizeihauptkommissarin Lucia Zielinski moderiert den Crash Kurs NRW.

„Gestorben auf der Straße: Ihr seid so alt wie sie. Kommt gut nach Hause! Immer!“ Das ist das Fazit des ersten Films, das Polizei-Hauptkommissarin Lucia Zielinski dem Zehner-Jahrgang eindringlich nahelegt. Ihr und den anderen Akteuren ist es ein Anliegen, mit dem „Crash Kurs NRW“ und seinen drastischen Erfahrungsberichten von Unfallprofis den Nerv der Jugendlichen zu treffen.

Bei denen herrscht betretenes Schweigen. Die Kampagne bringt die Erlebnisse von Polizei, Feuerwehr und Notfallseelsorge ganz nah an die Schüler heran. Sie soll niemanden kalt lassen. Zur Illustration gibt’s Unfallbilder und –videos, die Gänsehaut machen. Und es sind nicht mal die krassesten, versichert die Moderatorin.

„Ich habe da oft noch lange dran zu knacken“, berichtet Brand-meister Marvin Imm von Einsätzen, wie mit dem E-Roller.

Brandmeister Marvin Imm fährt einen Rettungswagen. Er erinnert sich an den Unfall von Sarah, einer jungen Frau, die aus Leichtsinn mit dem E-Roller frontal in einen Sprinter „eingeschlagen“ ist. Er versucht sie anzusprechen, aber Sarah kann nicht mehr antworten. Imm schildert die Gesichts- und Kopfverletzungen derart drastisch, dass es einen schaudert.

„Das erste Geräusch war das Kreischen von Hydraulikscheren, die das Autodach abschnitten.“ Polizei-Hauptkommissar Marcel Genster schildert einen Einsatz frühmorgens vor einigen Jahren in Werden. Fazit: Zwei Tote, zwei Schwerstverletzte, ein völlig demoliertes Auto. Es war, so sagt der Beamte, „vor den Baum geflogen. Kein Puls, keine Atmung, zwei waren auf der Stelle tot.“ Angetrunken, zu schnell und ohne Gurt.

Nur noch ein Haufen Blech. Polizeihauptkommissar Marcel Genster möchte sich und den jungen Leuten derartige Einsätze ersparen.

Die ehrenamtliche Notfallseelsorgerin Annette Raatz weiß, wie es ist, wenn einer Mutter die Nachricht vom Tod ihres Sohnes überbracht wird. Fassungslosigkeit, Entsetzen, Zusammenbrüche –sie muss das aushalten. Und dann leistet sie „erste Hilfe für die Seele“.

Der große blaue Ballon auf der Bühne ist beklebt mit Zukunftswünschen der AES-Schülerschaft: Berufsausbildung, Reisen, ein Haus, Familie… Ein lauter Knall schreckt das Publikum auf. Der Ballon ist weg. Der Knalleffekt zum Schluss signalisiert: Wie der Ballon können auch Träume in Sekunden zerplatzen. Die Profis bitten: „Erspart uns und euch solche Einsätze. Passt auf euch auf, schnallt euch an!“

MR

Sie leistet „erste Hilfe für die Seele“ für Angehörige, aber auch bei Augenzeugen: Notfallseelsorgerin Annette Raatz.