„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ darf sich die Albert Einstein Schule (AES) in Rellinghausen ab sofort nennen. Damit ist sie eine von knapp 30 Schulen in Essen, die die entsprechende Urkunde und das zugehörige Siegel vom Verein Aktion Courage e. V. verliehen bekommen haben.

Patinnen und Vertreter der AES mit Repräsentanten von Politik und Bürgerschaft.

Vorausgegangen waren Unterrichtsprojekte zum Thema, angestoßen von der Schulsozialarbeiterin Jana Windirsch und Lehrer Stefan Knappmann. Grundlage für die Bewerbung war die schriftliche Selbstverpflichtung von mindestens 70% der Schulgemeinde, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen sowie regelmäßige Projekttage und Aktionen zum Thema. Zudem mussten zwei prominente Paten gefunden werden.

Tanju Dilekli ist der Regionalkoordinator für die Stadt Essen, unter anderem für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Doch worum geht es eigentlich? Was versteht man unter Rassismus? Er beruht auf der falschen Annahme, dass Menschen in verschiedene „Rassen“ eingeteilt werden könnten, bei denen manche Gruppen wertvoller seien als andere. Allerdings haben Wissenschaftler diese Idee längst widerlegt. In biologischer Hinsicht unterscheiden sich Menschen nur wenig, viel größer seien die kulturellen Unterschiede. Und damit entfällt auch die Vorstellung von natürlicher Überlegenheit einer Gruppe von Menschen.

Schulsozialarbeiterin Jana Windirsch und Lehrer Stefan Knappmann erläutern den Weg zur Erlangung des Siegels.

Und warum dann ein Siegel, wenn der Sachverhalt doch so klar ist? Weil die überholten Vorstellungen einfach nicht aus manchen Köpfen zu bekommen ist. Lehrer Stefan Knappmann erinnert sich an einige unschöne Äußerungen im Schulalltag, denen es galt entgegenzutreten. Und auch den Patinnen Sarah Vecera und Kathrin Schrocke ist klar: „Der Rassismus wird nicht ab morgen verschwunden sein. Lasst uns gemeinsam die Reise antreten und uns die Reiseleiterinnen sein.“

Und so muss man das verliehene Siegel verstehen: Es ist keine Trophäe und die Verleihung keine Siegerehrung. Es ist sichtbare Selbstverpflichtung der Schulgemeinde, dem alltäglichen Rassismus entgegenzutreten.

Und Schulleiterin Dr. Kerstin Sperling-Ischinsky wünscht sich im Beisein von Gästen aus der Politik, Bürgerschaft und der Schulgemeinde, die AES möge ein Ort sein, „an dem jeder wichtig ist, wo Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern als Bereicherung empfunden wird.“

Michael Rausch

Die Patinnen: Kathrin Schrocke, Kinder – und Jugendbuch-autorin aus Essen (l.) und Sarah Vecera, Theologin und Bildungsreferentin zum Thema „Rassismus und Kirche“.

Die AG mit den Patinnen und allen anderen Beteiligten auf dem Weg zur Verleihung des Siegels.

Das „Chörchen“ singt: „Mama hat gesagt: Kind, lass dich nicht verbiegen.“