Anna, Milow und die anderen aus der Benimm-AG haben an diesem Benimmtag den Schulhof im Blick. Sie sind heute Schiedsrichter im Dschungel der Manieren.

Die Kinder aus der 5 fragen den Beobachtern ein Loch in den Bauch.
Gerade werden sie umlagert von Kindern der 5. Jahrgangsstufe, die ihnen Hinweise geben, zum Beispiel: „Der da beleidigt uns.“ Dem wird nachgegangen und, falls es sich bewahrheitet, auf dem Punktekonto der jeweiligen Klasse vermerkt. Kinder haften für ihre Klasse. Grob unhöfliches Verhalten, Schubsen oder den Müll einfach fallen lassen – alles landet auf der Liste. Definitiv kein Schultag wie jeder andere.

Ein kritischer Blick in den Raum.
Die Jugendlichen der Benimm AG lassen die Blicke schweifen, ihnen entgeht nichts, auch nicht positives Verhalten. Freundlichkeit und Höflichkeit sind angesagt. Es wird freundlich gelächelt, gegrüßt, Türen werden aufgehalten. Sogar der Müll findet heute wie durch Zauberhand den Weg in den Eimer statt daneben.
Anna: „Es wird schon darauf geachtet.“ Manieren statt blamieren. Der jährlich wiederkehrende Benimmtag soll möglichst lange nachwirken, findet sie. Auch eine ganze Benimmwoche könnte sie sich vorstellen.

Auch im laufenden Unterricht wird kontrolliert. Die Kursleiterin berät sich mit der AG.
Die Fünfer-Kinder wissen, wo’s langgeht. Ihre Kurzformel: „Keine Schimpförter, nicht lästern oder auslachen und die Türen aufhalten.“ Im gesamten Schulgebäude hängen Plakate, die daran erinnern, dass Pünktlichkeit und ein sauberer Tisch keine Hexerei sind. Ebenso wenig wie sorgsamer Umgang mit Ressourcen: „Umwelt achten“. Viele Klassen können sich noch an die „Sauberzauber“-Aktion erinnern, deren Müllberge manche sprachlos machte.

Manieren statt blamieren. Die Regeln stehen an der Tür.
Obwohl manche Klassen in der Pause durch grobe Verstöße schon ausgeschieden sind, folgt jetzt noch der Härtetest, der Rundgang. Die Klassenräume werden begutachtet und erhalten eine Punktwertung. Hier findet sich unter den Tischen eine „Katastrophe“, dort ist der Raum ein „schönes Beispiel“ und erzielt vier von vier möglichen Punkten. Pssst, im nächsten Raum nicht stören, hier wird gerade über einem Test gegrübelt.

Auch Pünktlichkeit zählt zum guten Benehmen.
Diskussionen auf dem Flur. Kursleiterin Verena Schreiner-Langen mahnt zur Vorsicht bei der Beurteilung: „Die Gestaltung ist ja Geschmacksache. Jedenfalls ist vieles mit sehr viel Liebe gemacht.“ Am Ende steigen die 10b (1. Platz), die 10a (2.) und die 9b (3.) aufs Treppchen. Sie haben sich ihren Siegerpokal redlich verdient, indem sie gezeigt haben, wie gut gutes Benehmen sein kann.
Michael Rausch

Eine Zierde für den Klassenraum: die 10b (1. Platz), die 10a (2.) und die 9b (3.) haben sich ihre Pokale redlich verdient.
