Wer hätte das gedacht? Sieger im Vorlesewettbewerb des Jahrgangs 6 wurde ein Junge: Noah aus der 6a machte das Rennen um den Wanderpokal, der nun seinen Namen trägt. Er vertritt einen starken Jahrgang: Vier Klassen hatten sich auf den Wettbewerb vorbereitet, interne Auswahlen getroffen und die Bühnendekoration hergestellt. Acht Kinder sollten antreten, wobei die Mädchen traditionell immer im Vorteil waren.

Die liebevoll gestaltete Dekoration für den AES-Vorlesewettbewerb.

Und dann ist es soweit. Schulleiterin Dr. Kerstin Sperling-Ischinsky lobt das Lesen als Möglichkeit, „in andere Welten abzutauchen“. Und das tat dann auch gleich die erste Leserin. Anna aus der 6a gibt eine kurze Einführung und liest klar verständlich und flüssig aus einem Buch über Alpakas, aber auch Eichhörnchen kommen vor. Im Nu ist ihre Lesezeit um, bei acht Kindern muss man sehr straff agieren. Noah liest über einen magischen Wald, ein Mädchen namens Willow und – Eichhörnchen. Es ist, als hätten sich die niedlichen Nager verabredet.

Fiona und Lielle (6b) lesen sehr lebendig und flüssig von britischen Katzen und Oma, die das Internet kaputt gemacht hat. Sie ernten beide Riesenapplaus. Titus und Jaron vertreten die 6c mit fünf Freunden und „dem besten Eis Kaliforniens“. Auch sie haben sich ihren Beifall verdient.

Alle haben ihre Sache gut gemacht. Noah (sitzend) hat den Wanderpokal gewonnen. Die Jury (hinten) hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Die 6d schickt Malinda und Ida ins Rennen. Es geht um Menschen, Tiere, unangenehme Gerüche und einen Blumenladen. Beide gestalten ihren Text zur Freude ihrer Zuhörerschaft und werden dafür lautstark gefeiert.

Aber nun geht’s um die Wurst. Es gilt, einen Abschnitt eines völlig fremden Textes zu meistern. „Bitte nicht öffnen“ heißt die Geschichte. Die Kinder strengen sich mächtig an, hier und da gibt es kleine Hänger bei komplizierten Wörtern. Hin und wieder ein Kichern, wenn etwa die „Mutter hart wie steinaltes Brot“ wird. Auffällig ist bei allen die Fähigkeit, den Text sehr lebendig zu gestalten.

Während die Jury berät, überbrückt Deutschlehrerin und Organisatorin Kerstin Walther die Wartezeit. Sie lobt Aufmerksamkeit und Fairness sowie die Vorbereitungen und die Dekoration der Klassen. Das Publikum ist sich uneins. Wer wird wohl gewinnen? Und dann das Ergebnis: Noah hat gesiegt.

Michael Rausch